ESEF: Einheitliches elektronisches Berichtsformat kommt

Noch nie etwas von ESEF gehört? Dem europaweit einheitlichen elektronischen Berichtsformat? Dann sind Sie in guter Gesellschaft. ESEF steht kurz für „European Single Electronic Format“ – einen neuen Standard, den die EU-Kommission bereits 2013 bei der europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) in Auftrag geben hat. Obwohl seine Auswirkungen enorm sein werden, ist der Standard bislang in der Öffentlichkeit, bei Analysten und Bilanzerstellern auf wenig Interesse gestoßen.

 

Ende letzten Jahres hat nun die ESMA ihren finalen Entwurf eines sogenannten technischen Regulierungsstandards (RTS) vorgelegt. Dieser RTS gibt ein digitales Format (XHTML) für die Finanzberichterstattung vor.

Er ist ab 2020 für alle Unternehmen verpflichtend, die Wertpapiere innerhalb der EU emittiert haben. Bisher nutzen viele Unternehmen das PDF-Format, das aber reicht zukünftig nicht mehr aus.

 

Für den IFRS-Konzernabschluss muss das XHTML-Format zusätzlich mit XBRL-Etiketten anhand der IFRS-Taxonomie versehen werden. Es können dann zukünftig IFRS-Konzernabschlüsse besser verglichen werden, selbst wenn die Struktur der Abschlüsse unterschiedlich ist und / oder diese in unterschiedlichen Sprachen veröffentlicht wurden. Für den IFRS-Konzernanhang ist für die Etikettierung eine Schonfrist bis 2022 vorgesehen.

 

Was verwundert: Während des langjährigen Anhörungsprozesses der ESMA haben insgesamt nur 14 Betroffene den Entwurf kommentiert. Aus Deutschland selbst nur ein einziges Unternehmen. Es scheint als wären die Unternehmen durch IFRS 9, IFRS 15, IFRS 16, die CSR-Richtlinie und andere Regularien aktuell in einem regulatorischen Erschöpfungszustand. Ist das der versteckte Ruf nach einer regulatorischen Atempause?

 

Problematisch dabei ist: Ohne Einwirkung von außen fehlt es an einer gesunden Auseinandersetzung während der Gesetzgebungsprozesse. Dies geht häufig zu Lasten der Qualität und Akzeptanz neuer Regulierungen. So lassen die im Standard enthaltenen Regeln zur Etikettierung anhand der IFRS-Taxonomie noch einige Fragen offen.

 

Die einzige Konstante beim ESEF ist die Veränderung

Der Bericht der ESMA ist insgesamt 478 Seiten lang. Der darin enthaltene nur 5-seitige RTS-Entwurf selbst verweist umfangreich auf Anhänge. Allein der Anhang VI mit der anzuwendenden IFRS-Taxonomie umfasst 366 Seiten. Damit liegt ein umfangreiches Klassifikationsschema vor. Maschinenlesbar wird der IFRS-Konzernabschluss zukünftig durch Etikettierungen („tagging“). Die notwendigen XBRL-Etiketten hierzu finden sich in der IFRS-Taxonomie.

 

Soweit so gut. Allerdings ist die IFRS-Taxonomie stetiger Veränderung unterworfen. Im Laufe des Jahres veröffentlicht das IASB neue oder grundlegend überarbeitete Standards. Das bringt IFRS-Taxonomie-Updates mit sich. Gleiches passiert bei Anpassungen der üblichen Industriepraxis oder technologischen Anpassungen.


Jedes Jahr erstellt das IASB eine Sammlung der gesamten Anpassungen und veröffentlicht diese als sogenannte Annual IFRS Taxonomy. Es empfiehlt sich diese Entwicklungen der Taxonomie eng im Auge zu behalten und aktiv mitzuwirken, damit zukünftige Verbesserungen an der Taxonomie auch die eigenen Branchenthemen berücksichtigen.

 

Und noch etwas: Die ESMA hat bereits mitgeteilt, dass Änderungen an der IFRS-Taxonomie in der Regel ohne weitere öffentliche Anhörungen direkt rechtswirksam umgesetzt werden sollen. Da Änderungen an der Taxonomie in den bestehenden Datenfluss eingreifen können ist es nicht nur sinnvoll, sondern geboten sich mit Änderungen der IFRS-Taxonomie regelmäßig zu beschäftigen, um deren Auswirkungen auf Systeme und Prozesse frühzeitig zu erkennen.

 

Im Arbeitsprogramm 2017-2020 hat sich das IASB das Thema „Bessere Kommunikation in der Finanzberichterstattung“ gesetzt. Die Einführung von EBIT-Zwischensummen in der Gesamtergebnisrechnung, eine bessere Kommunikation von Eigenkapitalpositionen (OCI) sind Beispiele für die Angabeninitative und werden ergänzt durch das Projekt zu den Hauptbestandteilen des Abschlusses. Diese Themenstellungen haben unmittelbare Auswirkungen auf die Art und Weise der Finanzberichterstattung und damit auf die Taxonomie und ESEF.

 

Weitere Veränderungen in der Finanzberichterstattung bis 2020 sind somit sicher. Ein stabiler regulatorischer Rahmen für den Zeitraum der ESEF-Einführung ist nicht zu erwarten. Deshalb sollten Unternehmen sich auf kontinuierlich ändernde Anforderungen einstellen und darauf, flexibel reagieren zu müssen.

 

Was Unternehmen jetzt tun sollten

ESEF war zu lange unter dem Radar. Jetzt ist es Zeit sich vorzubereiten. Denn zukünftig wird das Management nicht nur für die Erstellung eines Abschlusses, sondern auch für die richtige IFRS Taxonomie-Etikettierung in XBRL verantwortlich sein. Abschlussprüfer werden immer häufiger auch die Etikettierungen durch das Unternehmen prüfen.

ESEF ist keine neue eBilanz. Es ist nicht nur eine Mapping-Übung. Das Mapping selbst hat bei den Unternehmen aus dem Feld-Tests der ESMA nur zwei Tage gedauert. ESEF ist mehr. Es geht um eine zukünftig schnellere Vergleichbarkeit und Transparenz von Finanzberichten.

Um sich auf ESEF vorzubereiten sind aktuell zwei Schritte sinnvoll:

 

Strategie zur Finanzberichterstattung: Wie sehen die zukünftigen Berichtsformate aus, wenn die elektronische Abgabe, wohl in XHTML, verpflichtend wird? Ist dann weiterhin ein PDF- oder Papier-Geschäftsbericht sinnvoll? Gibt es Pläne zur Änderung der Berichtsstrukturen, wie z.B. die Einführung des Umsatzkostenverfahrens? Wäre jetzt ein guter Zeitpunkt für ein Kontenplanharmonisierungs / -vereinfachungs-Projekt? Gut ist es, die alten Strukturen jetzt aufzuräumen und danach eine Zuordnung zur IFRS-Taxonomie festzulegen.

 

Auch wäre jetzt ein guter Zeitpunkt zum Aufsetzen einer Projektorganisation: Wer ist der Treiber im eigenen Unternehmen für ESEF? Die IT-Abteilung oder das externe Rechnungswesen? Wie wird Investor Relations eingebunden? Wer ist für die finale Freigabe der ESEF-Berichterstattung verantwortlich?

 

Quelle: https://klardenker.kpmg.de/schuetzen/regulatorik-compliance/esef-einheitliches-elektronisches-berichtsformat-kommt/

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IFRS Konzernabschluss: Strukturiertes und einheitliches Datenformat ab 2020 - Digitale Transformation der Finanzberichterstattung

Die digitale Transformation steht den traditionellen Prozessen, beginnend mit der Erstellung des Konzernabschlusses, der Prüfung, der Publikation bis hin zur Nutzung durch die Investment Professionals bevor.

 

Sicher, es gibt Konzernabschlüsse im PDF-Format zum Download, in Tabellenkalkulationen aufbereitete Bilanzen für Investoren, kostenpflichtige Datenbanken für Investment Professionals doch durchgängige, effiziente Prozessketten sehen anders aus. Volkswirtschaftlich ist das ineffizient.

 

Die Transparenz von Finanzinformationen und ihre effiziente Nutzbarkeit ist eine zentrale Voraussetzung, um alle Emittenten von Wertpapieren gleichberechtigt und kostengünstig mit Kapital zu versorgen.

 

Das Europäische Parlament hat die Ineffizienzen am Kapitalmarkt im Jahr 2013 erkannt und mit der neuen Transparenz-Richtlinie die Grundlagen gelegt, so dass Jahresfinanzberichte ab dem 1. Januar 2020 in einem strukturierten Format, wie XBRL, zu erfolgen haben. Die European Securities and Markets Authority (ESMA), die europäische Aufsichtsbehörde für die Kapitalmärkte, hat am 21. Dezember 2016 erklärt, dass Inline XBRL die am besten geeignetste Technologie ist, um die EU-Anforderungen an ein strukturiertes, einheitliches Datenformat zu erfüllen.

 

Sofern, laut der Pressemitteilung der ESMA vom 21. Dezember 2016, ein Jahresfinanzbericht einen IFRS-Konzernabschluss enthält, muss Letzterer zukünftig mit Inline XBRL ausgezeichnet werden. Damit ist es möglich, IFRS-Konzernjahresabschlüsse in doppelter Weise zu nutzen: Finanzberichte können im Internet-Browser angezeigt werden, gleichzeitig sind die darin ausgezeichneten Daten, zum Beispiel die Berichtspositionen in der Konzernbilanz, einzeln automatisiert identifizierbar, auswertbar und nutzbar.

 

Die gewünschten volkswirtschaftlichen Effekte werden sich nur insoweit einstellen, als dass die digitale Transformation die Datennutzer, die Investment Professionals und Investoren tatsächlich erreicht. Zudem muss die Versorgung mit Finanzinformationen, die anschließende Informationsanalyse und Nutzung der Daten, eine Eigendynamik bekommen, die daraus resultiert, dass die einzelnen Transformationseffekte der Beteiligten sich gegenseitig verstärken.

 

Folgende Erfolgsfaktoren sind dabei wesentlich:

 

  • XBRL-Daten mit unternehmensindividuellen Positionen müssen automatisiert vergleichbar und somit effizient nutzbar sein. Dazu muss sichergestellt werden, dass die Regeln für die Auszeichnung mit XBRL sowie für unternehmensindividuelle Positionen durch Emittenten und Softwareanbieter umfassend und in der EU einheitlich angewendet werden.
  •  Die gesetzlichen Pflichtberichte mit XBRL-Daten müssen für alle Beteiligten gleichberechtigt, kostenlos und auch für automatisierte Abrufe aus dem Internet zur Verfügung stehen.
  •  Die XBRL-Daten der Emittenten müssen verlässlich sein, von Wirtschaftsprüfern geprüft und von beiden elektronisch signiert sein.

 

Nur bei Erreichen dieser Erfolgsfaktoren werden hohe Investitionen in die Entwicklung neuer Software & Prozesse wirtschaftlich Sinnmachen, ein Innovationsschub wird ausgelöst, die digitale Transformation greift, ineffiziente Prozesse werden nach und nach aufgelöst.

Sämtliche Beteiligte beziehungsweise ihre Verbände sollten daher den Gesamtprozess der Finanzberichterstattung vom Beginn bis zum Ende (den Nutzern) adressieren – im eigenen Interesse und im gesamtwirtschaftlichen Interesse einer erfolgreichen digitalen Transformation der Finanzberichterstattung von morgen.

 

 

Quelle: Auszug aus der Börsenzeitung vom 10.06.2017, S. 34

 

Was sind überhaupt Web Services?

 

Web Services sind eine Programmierschnittstelle (API, application programming interface) und basieren auf offenen technischen Standards (z. B. HTTP, XML).

Web Services ermöglichen die Kommunikation zwischen Systemen unterschiedlicher Technologien: Sie bringen Informationen von Anwendungen zusammen, die auf verschiedenen Betriebssystemen oder Plattformen verteilt sind oder unterschiedliche Programmiersprachen besitzen.

 

Bedeutung der Integration von Rechnungswesen und Controlling

 

Beide Bereiche Rechnungswesen und Controlling stellen wertvolle Informationen für die Unternehmenssteuerung bereit. Die Daten richten sich an unterschiedlichste Adressaten wie Geschäftsführung, Fachabteilungen oder Projektverantwortliche.

 

Daher sollten Rechnungswesen und Controlling mit allen anderen operativen und analytischen Anwendungen im Unternehmen Daten und Objekte austauschen.

 

Dies kann einfach und kostengünstig per Web Services geschehen.

 

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Steuerberater aufgepasst!

Jeder Steuerberater kann standardisiert die Visualisierung der Bilanz und GuV seiner Klienten erstellen, wenn die E-Bilanz (XBRL) vorliegt.

Wie stellen Sie das an?

Lesen Sie die XBRL Statements Ihrer Klienten via WebService ein und integrieren Sie die erzeugten Visualisierungen direkt in ihren Auditierungsprozess, z.B. können Sie die erzeugten grafischen Elemente in Powerpoint integrieren.

Bereiten Sie Ihre Prüfgespräche mit den Klienten vor, in dem Sie die erhaltenen Finanzinformationen inkl. berechneter Bilanz- und GuV Kennzahlen automatisiert visualisieren.

Bringen Sie Licht ins Dickicht des Finanzkennzahlen - Dschungels durch grafische Elemente!

Aber auch Sie als Steuerberater oder Prüfer werden in Sekunden durch kognitive Wahrnehmung Erkenntnisse gewinnen, weil beispielsweise Veränderungen im Zeitverlauf - dank der einheitlichen visuellen Sprache - förmlich ins Auge springen.

Profitieren Sie von der hohen Informationsdichte unserer Charts und der schnellen Vergleichbarkeit durch Mustererkennung aufgrund des Notationsstandards.
Generieren Sie ihre Botschaften und Handlungsempfehlungen. Ihre Klienten werden es Ihnen danken.

Ihr Mehrwert durch die einheitliche visuelle Sprache: gleiche Kennzahlen werden immer gleich aussehen und: Ein Bild sagt mehr als 1000 Zahlen (in Tabellen).

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Beteiligungscontroller aufgepasst!

Alle Beteiligungscontroller können ihren Disclosure Management Prozess optimieren und die Vorbereitung der Steuerungsgespräche signifikant beschleunigen.

Sparen Sie sich die Zeit, mühsam Grafiken zu den wichtigsten Kennzahlen ihrer Beteiligungseinheiten zu erstellen, indem Sie

 

  • Daten aus Systemen extrahieren,
  • manuell in Excel oder sonstigen Technologien erfassen, um
  • schlussendlich die erzeugten Grafiken - einzig und allein zum Präsentationszwecke - in PowerPoint einzubinden.

 

Ihre Zeit ist viel zu kostbar! Ihre Fähigkeiten sollten Sie anderen Tätigkeiten widmen.

Wie stellen Sie das an?

Lassen Sie sich die XBRL Statements ihrer Beteiligungseinheiten zusenden und bauen Sie Ihr eigenes Dashboard auf.


Lesen Sie die XBRL Statements via WebService ein und integrieren Sie die erzeugten Visualisierungen direkt in ihren Disclosure Management Prozess, z.B. in ihr Powerpoint zur Vorbereitung der Steuerungsgespräche mit den Beteiligungseinheiten.

Das Resultat!

Alle Auffälligkeiten ihrer Beteiligungseinheiten auf einen Blick, direkt visuell eingebunden in Ihrer Präsentation.


In Sekunden werden Sie durch kognitive Wahrnehmung Erkenntnisse gewinnen, weil beispielsweise Veränderungen im Zeitverlauf - dank der einheitlichen visuellen Sprache - förmlich ins Auge springen.

Profitieren Sie von der hohen Informationsdichte unserer Charts und der schnellen Vergleichbarkeit durch Mustererkennung aufgrund des Notationsstandards.

Fokussieren Sie sich auf die weitere Analyse und Kommentierung der Informationen.


Generieren Sie ihre Botschaften und Handlungsempfehlungen.

 

Ihr CFO wird es Ihnen danken.

Ihr Mehrwert durch die einheitliche visuelle Sprache: gleiche Kennzahlen werden immer gleich aussehen und: Ein Bild sagt mehr als 1000 Zahlen (in Tabellen).

Simpel. Schnell. Zuverlässig. Standardisiert.

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