XBRL

XBRL (eXtensible Business Reporting Language) ist eine auf XML basierende Computersprache, die eine schnellere Verarbeitung von Finanzdaten ermöglicht. Dies kommt einer eigentlichen Revolution in der Buchhaltungswelt gleich. Einfach ausgedrückt, erlaubt XBRL, jedem Fakt ein eindeutiges, computerlesbares Etikett («Tag») zuzuweisen. Dank diesem Etikett lassen sich bestimmte Fakten aus einem ungeordneten Haufen von Zahlen und Texten finden.

 

So bleibt mehr Zeit für die eigentliche Analyse. Die Vorteile von erhöhter Prozess-Sicherheit und Geschwindigkeit wurden als erstes von staatlichen Stellen erkannt: In vielen Ländern verlangen Börsenaufsichten und/oder Steuerbehörden Unternehmensdaten im XBRL-Format.

 

Einen Meilenstein für XBRL setzte die US Securities and Exchange Commission (SEC) 2009: Mit der Norm «Interactive Data to Improve Financial Reporting» verpflichtete die SEC schrittweise ungefähr 9000 Unternehmen, ihre Finanzberichte zukünftig in XBRL einzureichen. Dieser Umbruch in der Börsenberichterstattung macht Unternehmensvergleiche auf Einzelpositionsebene für jedermann via Internet ebenso möglich wie vollautomatisierte Datenflüsse und Analysen der Jahresabschlüsse durch Analysten und Banken nur wenige Minuten nach deren Veröffentlichung. Seit die USA mit dem Beispiel vorangegangen sind, haben sich Behörden in vielen Staaten die Vorteile von XBRL zu eigen gemacht, so etwa auch die Börsenaufsicht der Vereinigten Arabischen Emirate und diejenige der Türkei. Weltweiter Stand von XBRL-Implementationen: www.xbrl.org